Claude Code weiterlaufen lassen, ohne dass der Mac einschläft — unter macOS
Die Sitzung soll weiterlaufen, während du etwas anderes machst. Aber etwas, das arbeitet, drückt keine Taste — und genau daran entscheidet macOS, ob jemand am Rechner sitzt.
Warum der Lauf stehen bleibt, sobald du weggehst
macOS entscheidet über den Ruhezustand nach der Zeit ohne Eingabe, nicht nach der Last. Eine Sitzung in Claude Code liest Dateien, ruft Werkzeuge auf und startet Tests — und erzeugt dabei keinen einzigen Tastendruck. Für Codex, für einen Agenten in Cursor, für Copilot, für Gemini CLI und für jedes andere Werkzeug dieser Art gilt dasselbe, ganz gleich, ob ein GPT-, Claude- oder Gemini-Modell dahinter rechnet.
Für das System ist der Rechner mit hundert Prozent auf allen Kernen deshalb derselbe Fall wie ein leerer Schreibtisch. Nach der eingestellten Wartezeit schläft er ein, und der Lauf steht mitten im Schritt.
Was der Ruhezustand mit einem laufenden Auftrag macht
Im Ruhezustand werden Prozesse angehalten und offene Verbindungen fallen. Wer gerade auf eine Antwort wartet, verliert sie; ein Werkzeugaufruf läuft in seinen Zeitablauf; der Strom aus Anfragen und Antworten reißt an der Stelle, an der er war.
Nach dem Aufwachen ist der Prozess oft noch da und der Lauf trotzdem hin: Was in der Zwischenzeit hätte ankommen sollen, ist nicht angekommen. In der Praxis heißt das neu anfangen — und zwar nicht bei Schritt dreißig, sondern bei Schritt eins.
Zuklappen ist ein zweiter Fall
Wachhalten und Deckel-zu sind unter macOS zwei verschiedene Regeln. Wer den Deckel zuklappt, während der Auftrag läuft, verliert ihn auch dann, wenn eine Wachhaltesitzung läuft — Assertions gelten dort nicht.
Dafür gibt es den Deckel-Modus, der eine Systemeinstellung umlegt. Er braucht einen eigenen kleinen Helfer; ohne ihn bleibt der Schalter wirkungslos. Mit ihm arbeitet der Rechner zugeklappt weiter, bis die gewählte Spanne endet.
Eine Spanne statt Dauerbetrieb
Ein langer Auftrag hat ein erwartetes Ende. Genau darauf lässt sich die Spanne legen: zwei Stunden für einen Umbau, fünf für einen großen Durchlauf, zwölf für alles, was über Nacht geht. Restzeit und Endzeitpunkt stehen im Bedienfeld.
Das ist mehr als Ordnungsliebe. Ein Rechner, der danach von selbst schläft, kostet keinen Akku für nichts — und niemand muss am nächsten Morgen daran denken, etwas auszuschalten.
Vor dem Start
- Spanne großzügiger wählen als der Auftrag braucht — abgebrochen ist teurer als zu lang wach.
- Menüleisten-Symbol prüfen: gefüllt heißt, die Wachhaltesitzung läuft.
- Deckel zuklappen? Dann zusätzlich den Deckel-Modus, sonst hilft die Sitzung nicht.
- Netzteil anschließen, wenn der Auftrag länger als eine Stunde geplant ist.
Häufige Fragen
Hält das auch die Netzverbindung offen?
Nein. Toxin verhindert den Ruhezustand — damit fällt der häufigste Grund weg, aus dem eine Verbindung mitten im Lauf abbricht. Trennt das WLAN aus einem anderen Grund, hilft kein Wachhalter.
Muss ich das für jeden Lauf neu einschalten?
Entweder eine Spanne je Lauf, oder unbegrenzt und am Ende des Tages mit einem Klick beenden. Unbegrenzt ist kostenlos; die Spannen gehören zu Pro, einmalig 4,99 €.
Eine Sitzung, die weiterläuft, während du nicht am Rechner sitzt, ist der Grund, aus dem diese App gebaut wurde. Toxin ist eine Menüleisten-App für macOS und steht noch nicht im Mac App Store.